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Leserbrief: Paul-Zander-Straße

Folgender Leserbrief des Historikers Wolfgang Stapp wurde vom ECHO nicht abgedruckt.

Obwohl ich kein Einwohner von Bad König bin, möchte ich mich zur Diskussion um die Umbenennung der Paul-Zander-Straße in Bad König äußern. Ich tue dies als Historiker, der seit 25 Jahren eigene Forschungen zur NS-Geschichte durchführt und diese in zahlreichen Publikationen wie auch Vortragsveranstaltungen veröffentlicht. Seit geraumer zeit beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema „Widerstand und Verfolgung im Odenwaldkreis“. Gegen Ende dieses Jahres wird im „gelurt“, dem Odenwälder Jahrbuch für Kultur und Geschichte, zu lesen sein, was in dieser Hinsicht in Bad König (inkl. Ortsteile) und Brombachtal geschehen ist.
Meine bisherigen Forschungen förderten Grauenvolles zu Tage. Das Terrorsystem des Nazi-Faschismus hat auch hier in unserer Heimat JEDEN, den es als Gegner ansah, tyrannisiert. Konkret: Verurteilungen zu Gefängnis- und Zuchthausstrafen durch eine gleichgeschaltete Justiz, die Willkür zum „Recht“ erhob; „Schutzhaft“, also Inhaftierung ohne juristische Grundlage, ohne Gerichtsverfahren und -urteil in Gestapogefängnissen mit ihren Folterkerkern, in Straf-, Moor- und Konzentrationslagern. Einige Odenwälder – wenn auch keine Königer – starben in Dachau, einer wurde aus politischen Gründen für verrückt erklärt, zwangssterilisiert und in der Tötungsanstalt Hadamar vergast. Eine Vielzahl von Menschen, die wegen geistiger Behinderung oder Nervenkrankheiten als „lebensunwertes Leben“ bezeichnet wurden, erlitten das Gleiche. Die beiden ersten Nachkriegsbürgermeister von Bad König, Philipp Jakob Hofmann und Peter Kunkelmann, waren, wenn auch nur kurz, in „Schutzhaft“. Ihr Zeller Amtskollege Georg Grasmück war im KZ und monatelang in Gefängnissen und Zuchthäusern.
Prof. Zander konnte davon nichts wissen, weil er damals in Darmstadt tätig war. Doch dort geschah Ähnliches – und dies gehäuft. Ich frage rhetorisch: Wusste er von alldem nichts? Jeder wusste von den Folterkellern der Gestapo im Rundeturm-Gefängnis und im Biergarten. Jeder wusste von Osthofen, Dachau und den Moorlagern. Jeder bekam mit, dass ab 1933 politische Gegner der Nazis, später Juden, sogenannte „Zigeuner“, geistig Behinderte für immer verschwanden. Vielleicht WOLLTE Zander davon nichts wissen, aber mit Sicherheit hat der „Gutmensch“ davon gehört. Dennoch sprach er noch am 27.4.1945 von seiner „Liebe zur Persönlichkeit Adolf Hitlers“.
Ich frage weiter, diesmal nicht rhetorisch: Wissen die Anwohner der Zander-Straße, wissen die Einwohner von Bad König von diesen Fakten? Oder wollen auch sie davon nichts hören und wissen? Oder ist es ihnen egal. Die drei Affen lassen grüßen!
Zander wurde durch die Straßenbenennung geehrt – aus damaliger Sicht zweifellos zu Recht. Niemand bezweifelt, dass er ein begnadeter Arzt war. Dass der Nachkriegsbürgermeister Hofmann dem Arzt Zander hier sein segensreiches Wirken ermöglichte, ist in Ordnung. Doch darum geht es hier und heute nicht.
Ich frage die Stadtverordneten, Magistratsmitglieder und den Herrn Bürgermeister: Hätten Sie persönlich die Straße nach dem „verblendeten Phantasten“ benannt, wenn Sie damals an der Entscheidung beteiligt gewesen wären und von seiner Rede und Hitlerverehrung gewusst hätten? Wenn „Nein“, dann sollten sie heute die notwendige Konsequenz ziehen. Den Schwarzen Peter an die Bevölkerung weiterzugeben, wäre in diesem Fall feiger Populismus.
In Ihrem Kommentar zum Thema warnt Silke Rummel „vor einer voreiligen und womöglich ideologisch motivierten Entscheidung“ und davor „es sich bei Paul Zander […] zu einfach [zu machen], die Straße umzubenennen“. Diese Argumentation ist für mich nicht nachvollziehbar. Engagement gegen den Faschismus, nicht nur in Sonntagsreden sondern auch mit Taten, beruht nicht auf Ideologie, sondern auf einer der wissenschaftlich am fundiertesten begründeten Erkenntnis der Geschichte, auf Faktenwissen, das leider in einem Großteil der Bevölkerung fehlt. Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.
Dr. Zander war Sympathisant und Propagandist des größten Verbrechers der Weltgeschichte und seiner kriminellen Vereinigung. Äußerte sich heute jemand zur RAF oder zu den Taliban wie er zu Hitler, griffe der Verfassungsschutz und die Staatsanwaltschaft zu. Bad König darf diesen Menschen nicht weiterhin ehren. Dies wäre ein Schlag in das Gesicht aller Opfer des Naziregimes.
Wolfgang Stapp, Ziegelhüttenweg 36, 64739 Höchst

Dortmund Nazifrei 2011

dortmund2011

Auch dieses Jahr organisiert die Antifa Odenwald wieder, gemeinsam mit der SDAJ, die Fahrt zur Blockade des Naziaufmarschs in Dortmund, am 3. September.

Anfragen zur Mitfahrt bitte an die bekannte Adresse antifa_odw[at]yahoo.de senden.

Weitere Infos zu den Blockaden gibts bei Dortmund stellt sich quer.

Gießen Nazifrei!

Am 16. Juli 2011 will die hessische NPD gemeinsam mit den Jungen
Nationaldemokraten (JN), unterstützt von „Freien Kräften“, eine
Demonstration in Gießen durchführen. Wir werden uns diesem
Aufmarsch mit friedlichen Massenblockaden entgegenstellen.
Zuletzt unternahmen die Faschisten 1971 in Giessen den Versuch, einen
Aufmarsch durchzuführen. Dieser konnte vor 40 Jahren verhindert
werden. Seither gelang es keiner Neonazigruppierung ungestört
Veranstaltungen im Gießener Stadtgebiet abzuhalten. Welche Folgen
hingegen das Gelingen einer Neonazidemonstration haben kann, zeigt
das Beispiel Wetzlar: Nachdem dort im Oktober 2008 rund 350
Neonazis nahezu ungehindert marschieren konnten, folgte in der Region
eine massive Stärkung der rechten Szene.
Erfolglos versucht die NPD seit mehreren Jahren in Gießen Fuß zu
fassen. Mit der Organisation der Demonstration in Kooperation mit den
„Freien Kräften“ zielt die NPD darauf ab, lokale Strukturen zu stärken
und zu reorganisieren – das wollen wir entschlossen verhindern!

Mehr Informationen:
suedhessenbus.blogsport.de
Anmeldungen an
suedhessenbus@yahoo.de

Abfahrtorte/Abfahrtzeiten:
- Bad König 07.00 Uhr (Bahnhofsplatz)
- Gross-Umstadt 07:30 Uhr
(Park&Ride Parkplatz Otto-Hahn-Str. in der Nähe Mc Donalds)
- Darmstadt 08:00 Uhr (DGB-Haus, Rheinstraße 50)
- Mörfelden 08.30 Uhr (Dalles-Platz)
- Offenbach 09:00 Uhr (Berliner Straße 282, Höhe Kaiserlei)

Ticketpreise

- 5 Euro für Menschen mit geringen Einkommen
- 10 Euro für Normalverdiener
- 15 Euro Solidaritätsticket

Quelle: Südhessenbus.blogsport

Atomausstieg nach 8 Monaten Protest erkämpft

Am Montag, den 13.Juni, fand die 32. und vorerst letzte Montagsdemo in Erbach statt. Seit dem dem Beschluss der Laufzeitverlängerung im November wurde jede Woche dagegen demonstriert, in Erbach und an vielen Orten bundesweit. Nach dem Super-GAU in Fukushima nahmen die Proteste enorm zu. Nur durch den intensiven Druck von der Straße konnte die Bundesregierung gezwungen werden ihre Laufzeitverlängerung zurückzunehmen und das Ausstiegsdatum für einige Kraftwerke vorzuziehen. In den nächsten 10 Jahren wird sich zeigen ob sich die Atomkonzerne an den erkämpften Ausstieg halten. Die erkämpften Erfolge beweisen, dass sich die sozialen Bewegungen nicht auf Parteien verlassen dürfen, sondern nur auf ihre eigene Initiative, auf den Druck von der Basis. In den kommenden Auseinandersetzungen, gegen die Naziaufmärsche in Frankfurt und Gießen, bei den Aktionen für die Rekommunalisierung der Versorger und bei den Protesten gegen die Innenministerkonferenz, werden wir weiterhin für unsere Interessen auf der Straße kämpfen. Vom Atomausstieg zum Kapitalismusausstieg!
Nach den Montagsdemos ist vor den Montagsdemos!

Artikel zu den Montagsdemos bei Echo-online

Atomkraft schluss!

Mit Großdemonstrationen in 20 Städten in Deutschland will das Antiatombündnis am Samstag, dem 28. Mai, die Bundesregierung zu einem zügigen Atomausstieg bewegen. Für OdenwälderInnen kommt dabei vor allem Frankfurt und Mannheim in Frage.

Zur Anreise nach Frankfurt gibt es wie immer die Möglichkeit sich Gruppen zur Zugfahrt anzuschließen. Treffpunkte, Abfahrtszeit und Fahrtkosten erfahrt ihr unter:
antifa_odw[at]yahoo.de

Mehr Infos bei Atomkraft Schluss!

Demo in Heidelberg

„Still not loving the Police – Gegen Polizeiterror und staatliche Repression!“

Mit einer Demonstration will die Antifaschistische Initiative Heidelberg (AIHD), am Samstag, den 21. Mai 2011, den Schlusspunkt ihrer Antirepressionskampagne setzen.

Wer an der gemeinsamen Anreise mit der Antifa Odenwald über die Odenwaldbahn teilnehmen möchte melde sich unter der bekannten E-Mail-Adresse:
antifa_odw[at]yahoo.de

Treffpunkt: Stadtbücherei, Heidelberg
Beginn: 14.00 Uhr
Veranstaltet von: AIHD

Veranstaltungshinweis

Widerstand gegen den Nazi-Terror in Lützelbach

Am Donnerstag, den 19. Mai, um 19.30 Uhr, findet im Clubraum der Fritz Walter Halle in Lützel-Wiebelsbach ein Vortrag mit Wolfgang Stapp (odenwälder Historiker – Gelurt u.a.) statt, bei dem es um die Widerstandskämpfer in der Gemeinde Lützelbach gegen die Terrorherrschaft der Nazis geht. Veranstalter sind die Gemeinde Lützelbach, der Heimat- und Geschichtsverein Lützelbach e.V., der DGB Ortsverband Unterzent, der DGB Kreisverband Odenwald, die NaturFreunde Odenwald und Odenwald gegen Rechts.

Anhand von historischen Quellen wird die Gewaltherrschaft der Nazidiktatur rekonstruiert und sowohl Täter als auch Opfer des faschistischen Terrors vorgestellt. 66 Jahre nach der Befreiung von dieser Tyrannei wird die Aufklärung über die Herrschaftsstrukturen des 3. Reichs immer notwendiger, denn gerade heute, wo nur noch wenige Menschen aus der Zeit leben, wird die Befreiung vom Faschismus, von Neonazigruppen, als Niederlage Deutschlands verklärt. Gerade die vielen Beispiele aus den Dörfern der Gemeinde Lützelbach zeigen das die Opfer der Tyrannei überall zu finden sind.

Wir wünschen einen informativen Abend!

Mehr zum Thema bei Odenwald gegen Rechts

Anfahrt zum Ostermarsch

Für die Anfahrt zum Ostermarsch in Erbach stehen bisher 2 Treffpunkte zur Anfahrt fest.

Darmstadt Ostbahnhof 09:15 Uhr
Miltenberg Bahnhof 09:00 Uhr

Fußweg vom Bahnhof Erbach zum Marktplatz:

Ostermarsch 2011

Ostermarsch2011

Heraus zum revolutionären 1. Mai 2011

Auch dieses Jahr wird es wieder am 1. Mai, dem internationalen Kampftag der Arbeiterklasse, überall auf der Welt kämpferische Demonstrationen für die Interessen der ArbeiterInnen geben. Die kämpferischen Demonstrationen in Berlin sind dabei ein zentrales Element der revolutionären Bewegungen in der BRD. Doch soziale Proteste finden am Tag der Arbeit überall statt.
In Heilbronn wollen Nazis den 1. Mai für ihre rassistischen Zwecke missbrauchen. Dies gilt es zu verhindern. Heilbronn stellt sich quer! Antifa Heilbronn
In Bad König findet wie jedes Jahr die 1. Mai Demonstration des DGB statt.

Ob in Berlin, Heilbronn, Bad König oder Sonstwo, heraus zum revolutionären 1. Mai!
يللا Auf geht´s
Für die soziale Revolution!