1. Mai 2012 in Mannheim

Die NPD plant am 1. Mai 2012 zwei zusammenhängende Demonstrationen: morgens in Speyer, mittags in Mannheim. Die rassistische Hetzveranstaltung werden wir nicht unwidersprochen lassen. Wir rufen dazu auf, den Naziaufmarsch zu verhindern!

Alle Infos dazu findet ihr hier.

Schickt für die gemeinsame Anreise aus dem Odenwald eine kurze Mail an antifa_odw[at]yahoo.de

Ostermarsch 2012

Wie jedes Jahr findet am Ostersamstag wieder der Ostermarsch in Erbach/Michelstadt statt. Die Antifa Odenwald ruft auch dieses Jahr wieder zur Teilnahme am antikapitalistischen Block auf.

Auf der Abschlusskundgebung auf dem Michelstädter Lindenplatz spielt die Miltenberger Electro-Punk-Crew KBF-Revolte und es wird wie immer Essen, Trinken und Infostände geben.

Treffpunkt ist der Schlossplatz in Erbach am 7.4. um 11:00

Weitere Infos unter Ostermarsch Odenwald

Sinsheim: Nazi-Kundgebung am 10.3. verhindern!

Für den 10. März 2012 (15 Uhr) ruft die Neonazi-Gruppierung „Freie Nationalisten Kraichgau“ zu einer so genannten Mahnwache in Sinsheim auf.
Zu der Kundgebung, die der NPD-Funktionär Sebastian Fluder aus Ilvesheim angemeldet hat, wird mit dem NPD-Bundesvorsitzenden Holger Apfel auch rechte Polit-“Prominenz“ anreisen.
Neben dem Kreisvorsitzenden der Nazi-Partei NPD Jan Jaeschke aus Weinheim soll auch Daniel Knebel, stellvertretender NPD-Vorsitzender aus Hessen, sprechen. Des Weiteren ist mit dem baden-württembergischen NPD-Funktionär Alexander Neidlein ein Kroatien-Söldner und verurteilter Posträuber angekündigt.

Diese „Mahnwache“ der FaschistInnen knüpft an die Demonstration im Juli 2009 in Mauer sowie die Kundgebungen 2010 und 2011 in Sinsheim an. Mit dem Thema „Kindesmissbrauch“, das populistisch verdreht und mit rechter Ideologie unterfüttert wird, wollen die braunen Rattenfänger erneut Teile der Bevölkerung für ihr menschenverachtendes Gedankengut gewinnen.
Lassen wir das nicht zu!

Der Feind steht rechts!
Neonazis – gleich welcher Ausprägung – haben immer nur ein Ziel: den Aufbau einer Gesellschaft, die auf rassistischer Ausgrenzung, Verfolgung politischer Gegner, Staatsterror und dem Prinzip der so genannten Volksgemeinschaft beruht. Also auf einem System, dass einer solidarischen, freien, menschlichen und offenen Gesellschaft vollkommen entgegensteht.
Linke AntifaschistInnen, die leider oftmals das Ziel vollkommen haltloser Angriffe seitens bürgerlicher Kreise sind, stehen im Gegensatz dazu für eine weltoffene, solidarische und freie Gesellschaft.

Und nun?
Am 18. September 2010 konnte ein Aufmarsch der Nazis im Sinsheimer Stadtteil Hoffenheim verhindert werden – die Gegenaktionen waren schließlich von oben verordnet gewesen. Nicht nur Sinsheims Oberbürgermeister Geinert und Hoffenheims Ortsvorsteher Hess hatten dazu aufgerufen; auch der Bundesliga-Verein TSG 1899 Hoffenheim positionierte sich gegen den Aufmarsch – wenn auch diffus „gegen Extremismus“ und nicht gegen Nazis und RassistInnen.

Die Polizeiführung ebenso wie der Oberbürgermeister wussten an diesem Tag ganz genau, hätten sie es mit juristisch erfahrenen Nazis zu tun gehabt, dann wären diese auch durch Hoffenheim gelaufen.
Die Absprachen, die von der Stadt mit der Polizei getroffen wurden, waren sicherlich nicht gesetzeskonform, und die Polizei hätte – in ihrer Funktion als „Wahrerin der Demonstrationsfreiheit“ – den Weg für die angemeldete Demonstration der Nazis freimachen müssen.

Genau das ist bei den nächsten beiden Aktionen der rechten Szene in Sinsheim passiert. Die Verwaltung hatte kalte Füße bekommen – es gab keinen offiziellen Aufruf, gegen die Nazis vorzugehen oder einen Aufmarsch gar zu blockieren. Absprachen mit der Polizei konnten – wohl aus Angst vor juristischen Konsequenzen – ebenfalls nicht getroffen werden.

Der letzte Aufmarsch der „Freien Nationalisten Kraichgau“ am 27. November 2010 konnte demzufolge stattfinden – jedoch unter massiven Protesten von AntifaschistInnen und einzelner BürgerInnen Sinsheims. Rund 30 FaschistInnen liefen durch Hoffenheim und skandierten ihre menschenverachtenden Parolen.

Im März 2011 hielten die Nazis dann – mit Unterstützung zahlreicher Rechter aus anderen Regionen – auf dem Sinsheimer Burgplatz nahezu ungestört eine Kundgebung ab. Wieder wurden sie geschützt von einem massiven Polizeiaufgebot.

Gemeinsam gegen Nazis!
Alle, die sich gegen die menschenverachtende, rassistische und rückwärtsgewandte Ideologie der Nazis stellen wollen, müssen zusammen an einem Strang ziehen, um Kundgebungen und Demonstrationen der FaschistInnen wie diese am 10. März für die Nazis unberechenbar und letztlich unmöglich zu machen.

Gerade die Morde der Nazi-Terrorzelle müssten im Grunde jedem vor Augen führen, dass es Ziel aller demokratischen und fortschrittlichen Kräfte sein muss, gegen FaschistInnen jeglicher Couleur konsequent vorzugehen – sie zu bekämpfen, so lange das möglich ist.

Wir als AntifaschistInnen und Linke werden am 10. März vor Ort sein, um engagierte BürgerInnen Sinsheims in ihrem Engagement gegen die rechten Rattenfänger zu unterstützen.

Den Nazis keinen Fußbreit! Es gibt kein ruhiges Hinterland!

(Quelle: Antifaschistische Initiative Heidelberg)

Dresden Nazifrei 2012

Fahrt zu den Massenblockaden nach Dresden

Auch in diesem Jahr heißt es im Februar: „Nazifrei! – Dresden stellt sich quer!“. Und nicht nur Dresden – denn wir alle sind wieder gefragt zum Gelingen der Massenblockaden gegen den Naziaufmarsch beizutragen. Wir überlassen den Nazis keinen Meter Straße. Wir blockieren ihren Aufmarsch auch 2012 – Bunt und lautstark, kreativ und entschlossen!

Dieses Jahr werden an zwei Tagen Aufmärsche stattfinden. Am 13.02. wird es einen Trauermarsch geben, zu dem die Nazis derzeit gezielt mobilisieren. Wir rechnen an diesem Tag mit bis zu 2000 Nazis, die es aufzuhalten gilt. Eine europaweite Mobilisierung zu einem großen Aufmarsch am auf den Trauermarsch folgenden Samstag bleibt dieses Jahr scheinbar aus, was sicherlich auch auf die erfolgreichen Blockaden der vergangenen zwei Jahre zurückzuführen ist. Wir rechnen dennoch damit, dass aktionsorientierte Nazis am 18. Februar nach Dresden reisen werden, denen es entgegenzutreten gilt. Seitens des Bündnisses „Dresden Nazifrei“ ist für den 18. Februar zudem eine Großdemonstration gegen staatliche Repression und die Kriminalisierung von Antifaschist*innen geplant. Die Fahrt nach Dresden lohnt somit auch in jedem Fall am 13. und 18. Februar 2012!

Die genauen Uhrzeit der Abfahrt am Darmstadium wird an dieser Stelle zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Abfahrt

Darmstadium,

13., 4:30 morgens / früher Morgen des 18.

Rückfahrt

Dresden,

Nacht des 13. / Abend des 18.

Verkaufsstellen

AStA TU Darmstadt

AStA Hochschule Darmstadt

DGB Jugend-Büro im DGB-Haus Darmstadt

Fahrpreis nach Selbsteinschätzung

5€ / 10€ / 15€ (Solidarpreis je nach Möglichkeit)

Quelle: Antifareferat im AStA der TU Darmstadt

Weitere Infos: Dresden Nazifrei

Eiskalte Abschiebung

Sammelabschiebung nach Serbien, Belgrad
Di. 14.02. 2012 ab Düsseldorf-Flughafen

Unfaßbar!
Kaum ist die erste Sammelabschiebung abgeschlossen steht auch schon die nächste an – im tiefsten Winter!
Während in Serbien aufgrund des Wetters der Ausnhamezustand ausgerufen wird, Schulen geschlossen bleiben und weite Teile des Landes durch Schnee und Eis von der Außenwelt abgeschlossen sind beschließen deutsche Behörden die “ordnungsgemäße Rückführung” d.h. die brutale Abschiebung von Menschen nach Serbien!
Betroffen sind vor allem Roma, aber auch Serben/_innen und andere Menschen, denen ein Aufenthaltsrecht in der BRD verweigert wird, ungeachtet der persönlichen, familiären Situation, ungeachtet davon, dass viele der Abzuschiebenden ihr angebliches “Herkunftsland” nur aus Erzählungen der Eltern kennen.
Für Serbien besteht KEIN Wintererlaß wie für den Kosovo, d.h. Roma und andere Minderheiten, Familien mit kleinen Kindern, Minderjährige dürfen abgeschoben werden.
Dabei ist die Situation in Serbien um kein Deut besser als im Kosovo.
Wir wissen auch von einer schwer kranken, älteren Frau, die zur Zeit in Abschiebehaft in Büren sitzt. Sie soll kommende Woche mit nach Belgrad geflogen werden, wo es niemanden gibt der sie unterstützt, denn ihre gesamte Familie ist hier! Und das bei zweistelligen Minusgraden und tiefverschneiten Landschaften im Ausnahmezustand!
Staatlichen Rassismus stoppen!
Kommt zum Flughafen! Macht Aktionen in euren Städten!

Kein Mensch ist illegal!

Quelle:Linke Initiative Düsseldorf

Auf zum Liebknecht – Luxemburg Wochenende 2012

LLL-Demo

Vor 92 Jahren schlug die SPD mithilfe von Freikorp-Faschisten die Novemberrevolution nieder, die das Kaiserreich stürzte, den Weltkrieg beendete und grundlegende Rechte für die Arbeiterklasse wie das allgemeine Wahlrecht, die Gleichstellung der Frau, den 8-Stunden-Arbeitstag oder die Betriebsräte erkämpfte. Die SPD stellte sich damit auf die Seite des Kapitals und paktierte, um die Unterdrückung der Arbeiterklasse aufrecht zu erhalten, mit den Nazis. Der Jahrestag der Ermordung der Revolutionäre Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, Mitbegründer der Kommunistischen Partei Deutschlands und Vorkämpfer für Demokratie und Sozialismus, wird deshalb zum Anlass genommen um die Überwindung des Kapitalismus zu fordern.
Auch dieses Jahr werden wieder über Zehntausend Demonstranten in Berlin erwartet.
Die Antifa Odenwald wird mit der SDAJ nach Berlin fahren und Unterstützt den gemeinsamen Aufruf von ALB, SDAJ und ARAB.

Auf nach Berlin!
Für die soziale Revolution!

Great Crisis Riseup 2: The World is ours

arabgcr2
Hundertausende Menschen in über 80 Ländern der Welt gingen am 15.Oktober auf die Strasse um inspiriert von der „Occupy Wallstreet„-Bewegung ihren Protest gegen ein System zu artikulieren, in dem es nicht die Bedürfnisse der Menschen sondern die Profitinteressen der Märkte im Zentrum stehen. Weltweit wehren sich immer mehr Menschen mit gegen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, die Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen und die mörderische Verwertungslogik des Kapitalismus. In den vergangenen Jahren haben Arbeiter in Frankreich Fabriken besetzt, in Griechenland fanden zahllose militante Aktionen und Generalstreiks statt, in Italien demonstrierten Millionen gegen die Berlusconi-Regierung, in Spanien besetzten enttäuschte Jugendliche öffentliche Plätze, in England kam es zu riesigen Gewerkschaftsdemonstrationen und einem verzweifelten Aufstand der marginalisierten Jugend , in Israel fanden die grössten Sozialproteste in der Geschichte statt, in Chile rebellieren Schüler und Studenten seit Monaten gegen das Bildungssystem und nicht zuletzt hat die Occupy Wall-Street Bewegung die USA erfasst. Überall kämpfen Menschen um eine Zukunft, in der sie nicht jeden Tag in Sorge um Arbeitsplatz, Wohnung oder Geld verbringen müssen. Wichtig ist es jetzt den Druck weiter aufzubauen, Organisierungsstrukturen an der Basis zu schaffen, den internationalen Charakter der Kämpfe im Auge zu behalten, Verbindungen und Überschneidungspunkte zwischen den verschiedenen Protestbewegungen herzustellen und vor allem immer wieder unerbittlich die Klassenfrage stellen.

Die nächste Welle weltweiter Proteste gegen die kapitalistische Zurrichtung der Welt und ihrer Bewohner_innen werden zum G20-Gipfel erwartet, der vom 1. bis zum 4.November im französischen Cannes stattfindet. Gegen den Gipfel wird es im Nahe gelegene Nizza eine Großdemonstration, einen Gegenkongress und verschiedene weitere Protestaktionen geben. Auch in Freiburg wird gegen den G20-Gipfel demonstriert. Aus den USA kam der Vorschlag im Vorfeld des G20-Gipfels am 29.Oktober einen weiteren weltweiten AKtionstag durchzuführen. Ob es gelingt die Protestbewegung gegen die Auswirkung der kapitalistischen Krise mit anderen Protesten zu vernetzten wird sich auch zwischem dem 10. und 20.November zeigen. In dieser Zeit finden ebenfalls in über 100 Ländern Proteste für den freien Zugang zu Bildung im Rahmen der „Global Wave for free education“ statt. Auch in der BRD rufen verschiedene Schüler_innen und Studierendenorganisationen zu einem weiteren bundesweiten Bildungsstreik auf um gegen die miserablen Lernbedingungen in Schule und Uni mobil zu machen. Wenn es gelingt diese Bewegungen zusammenzuführen könnte der „heiße Herbst“ 2011 auch in der BRD vielleicht mehr sein als eine hohle Phrase. Get up for Great Crisis Riseup! Diesen Herbst in deiner Stadt!

Quelle: Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin

Occupy:Frankfurt

Am 15. Oktober werden Menschen aus der ganzen Welt auf die Straßen und Plätze gehen. Von Amerika bis Asien, von Afrika bis Europa protestieren die Menschen, um ihre Rechte einzufordern und eine wahre Demokratie zu verlangen. Es ist Zeit, daß wir uns alle einem globalen, gewaltfreien Protest anschließen.

Die herrschenden Mächte arbeiten zum Vorteil einiger Weniger und sie ignorieren den Willen der überwiegenden Mehrheit. Diese untragbare Situation muss ein Ende haben.

Vereinigt in einer Stimme werden wir den Politikern, und der Finanzelite, denen sie dienen, sagen, dass es an uns, den Bürgern, ist, über unsere Zukunft zu entscheiden. Wir sind keine Waren in den Händen der Politiker und Banker!

Am 15. Oktober werden wir uns auf der Straße treffen, um den weltweiten Wandel, den wir wollen, zu beginnen. Wir werden friedlich demonstrieren, reden und organisieren bis wir es geschafft haben.

Es ist Zeit uns zu vereinen. Es ist Zeit dass sie uns zuhören! Menschen der Welt, mobilisiert euch!

Quelle: Occupy:Frankfurt

Samstag, den 15. Oktober 2011 um 12:00 Uhr

Hauptwache, Frankfurt

Unbeirrbar gegen den Nazi-Terror

Vortrag von Wolfgang Stapp
am Montag, den 19. September,
um 19.00 Uhr
im Bürgersaal in Neustadt

Mit seinem Vortrag gedenkt der Heimathistoriker Wolfgang Stapp in Wort und Bild der Neustädter Antifaschisten, die aktiv gegen das Terrorregime der Nazis Widerstand leisteten.

Ausführlich wird der Referent das Geschehen aufdecken und die Aktivitäten der kommunistischen Widerständler detailliert beschreiben und würdigen. Referent und Veranstalter versprechen sorgfältig recherchierte und packend präsentierte Heimatgeschichte, die auch über die Grenzen Breubergs hinaus Interesse finden sollte.

Veranstalter: Stadt Breuberg, DGB Ortsverband Unterzent, NaturFreunde Bad König, Odenwald gegen Rechts

Quelle: Odenwald gegen Rechts

Leserbrief: Paul-Zander-Straße

Folgender Leserbrief des Historikers Wolfgang Stapp wurde vom ECHO nicht abgedruckt.

Obwohl ich kein Einwohner von Bad König bin, möchte ich mich zur Diskussion um die Umbenennung der Paul-Zander-Straße in Bad König äußern. Ich tue dies als Historiker, der seit 25 Jahren eigene Forschungen zur NS-Geschichte durchführt und diese in zahlreichen Publikationen wie auch Vortragsveranstaltungen veröffentlicht. Seit geraumer zeit beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema „Widerstand und Verfolgung im Odenwaldkreis“. Gegen Ende dieses Jahres wird im „gelurt“, dem Odenwälder Jahrbuch für Kultur und Geschichte, zu lesen sein, was in dieser Hinsicht in Bad König (inkl. Ortsteile) und Brombachtal geschehen ist.
Meine bisherigen Forschungen förderten Grauenvolles zu Tage. Das Terrorsystem des Nazi-Faschismus hat auch hier in unserer Heimat JEDEN, den es als Gegner ansah, tyrannisiert. Konkret: Verurteilungen zu Gefängnis- und Zuchthausstrafen durch eine gleichgeschaltete Justiz, die Willkür zum „Recht“ erhob; „Schutzhaft“, also Inhaftierung ohne juristische Grundlage, ohne Gerichtsverfahren und -urteil in Gestapogefängnissen mit ihren Folterkerkern, in Straf-, Moor- und Konzentrationslagern. Einige Odenwälder – wenn auch keine Königer – starben in Dachau, einer wurde aus politischen Gründen für verrückt erklärt, zwangssterilisiert und in der Tötungsanstalt Hadamar vergast. Eine Vielzahl von Menschen, die wegen geistiger Behinderung oder Nervenkrankheiten als „lebensunwertes Leben“ bezeichnet wurden, erlitten das Gleiche. Die beiden ersten Nachkriegsbürgermeister von Bad König, Philipp Jakob Hofmann und Peter Kunkelmann, waren, wenn auch nur kurz, in „Schutzhaft“. Ihr Zeller Amtskollege Georg Grasmück war im KZ und monatelang in Gefängnissen und Zuchthäusern.
Prof. Zander konnte davon nichts wissen, weil er damals in Darmstadt tätig war. Doch dort geschah Ähnliches – und dies gehäuft. Ich frage rhetorisch: Wusste er von alldem nichts? Jeder wusste von den Folterkellern der Gestapo im Rundeturm-Gefängnis und im Biergarten. Jeder wusste von Osthofen, Dachau und den Moorlagern. Jeder bekam mit, dass ab 1933 politische Gegner der Nazis, später Juden, sogenannte „Zigeuner“, geistig Behinderte für immer verschwanden. Vielleicht WOLLTE Zander davon nichts wissen, aber mit Sicherheit hat der „Gutmensch“ davon gehört. Dennoch sprach er noch am 27.4.1945 von seiner „Liebe zur Persönlichkeit Adolf Hitlers“.
Ich frage weiter, diesmal nicht rhetorisch: Wissen die Anwohner der Zander-Straße, wissen die Einwohner von Bad König von diesen Fakten? Oder wollen auch sie davon nichts hören und wissen? Oder ist es ihnen egal. Die drei Affen lassen grüßen!
Zander wurde durch die Straßenbenennung geehrt – aus damaliger Sicht zweifellos zu Recht. Niemand bezweifelt, dass er ein begnadeter Arzt war. Dass der Nachkriegsbürgermeister Hofmann dem Arzt Zander hier sein segensreiches Wirken ermöglichte, ist in Ordnung. Doch darum geht es hier und heute nicht.
Ich frage die Stadtverordneten, Magistratsmitglieder und den Herrn Bürgermeister: Hätten Sie persönlich die Straße nach dem „verblendeten Phantasten“ benannt, wenn Sie damals an der Entscheidung beteiligt gewesen wären und von seiner Rede und Hitlerverehrung gewusst hätten? Wenn „Nein“, dann sollten sie heute die notwendige Konsequenz ziehen. Den Schwarzen Peter an die Bevölkerung weiterzugeben, wäre in diesem Fall feiger Populismus.
In Ihrem Kommentar zum Thema warnt Silke Rummel „vor einer voreiligen und womöglich ideologisch motivierten Entscheidung“ und davor „es sich bei Paul Zander […] zu einfach [zu machen], die Straße umzubenennen“. Diese Argumentation ist für mich nicht nachvollziehbar. Engagement gegen den Faschismus, nicht nur in Sonntagsreden sondern auch mit Taten, beruht nicht auf Ideologie, sondern auf einer der wissenschaftlich am fundiertesten begründeten Erkenntnis der Geschichte, auf Faktenwissen, das leider in einem Großteil der Bevölkerung fehlt. Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.
Dr. Zander war Sympathisant und Propagandist des größten Verbrechers der Weltgeschichte und seiner kriminellen Vereinigung. Äußerte sich heute jemand zur RAF oder zu den Taliban wie er zu Hitler, griffe der Verfassungsschutz und die Staatsanwaltschaft zu. Bad König darf diesen Menschen nicht weiterhin ehren. Dies wäre ein Schlag in das Gesicht aller Opfer des Naziregimes.
Wolfgang Stapp, Ziegelhüttenweg 36, 64739 Höchst



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